Sonntag, 19. Dezember 2010

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Überfüllt ist die Bahn wie so oft, hier bekommt man kaum Luft.

Wenn die Nacht hereinbricht dann zerstört das die seltene Sicht.

Wälder umgeben das Haus dort versteckt sie die Seele die einzige die ihr noch geblieben.

Leise ist der Regen oft,

laut das ist er nie.

Er schreit nicht, ganz still ist er,

nimmt’s hin so wie’s kommt.


Am Morgen

bin ich wach, die Sonne

scheint

noch ziehmlich schwach.

Ich torkle vom Bett zum Bad hin,

dann geht’s runter

dort trinke ich Kaffe,

esse was.

Samstag, 11. Dezember 2010

Durchs Leben geh ich ohne Furcht,

ich weiss ein schnelles Ende kommt,

Geburt und Tod so dicht an dicht,

nur Grenzen machen’s Leben leicht.


Mit nackten Füssen durch das Gras,

die Nässe fühlt sie bis zum Kopf.

Der Vogel von der Heide singt,

sie freut sich schon auf diesen Frass.



Zum Singen hab ich keine Lust,

beschäftigt bin ich schon.

Doch deiner Stimme lausch ich gern,

so wunderschön ihr Klang.


Die Morgenröte golden scheint,

die Farben wunderschön.

Dies Licht sich über Berge neigt,

verbreitet sich die Freud’.



Hinterm Lächeln gut verborgen,

liegt die kühle weite Trauer,

Kaum ein Aug hat sie gesehen,

deshalb lass sie endlich gehen.


Diese Verse machen müde,

Wörter suchen ohne Sinn.

Nur die blöden Regeln gelten,

denken muss man hierfür kaum.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Ich warte kauernd hinterm Betonblock

dort hoff ich, dass der Schlaf dich überkommt.


Im Unterholz verbarg ich meinen Schatz,

doch jemand hat ihn mir von dort geklaut.


Die Pflanze steht auf meinem grossen Pult,

Dort sonnt sie sich den lieben langen Tag.


Im Garten steht der alte Schaukelstuhl,

schon lange haben wir ihn nicht benutzt.


Der kalte Winter stört die Tiere nicht,

sie spielen im Gebüsch als wäre’s warm.


Ich warte, bis du müde bist,/ der Schlaf>

dich überkommt,/ ich warte hier und jetzt.


Im Unterholz bist du gewesen,/ hast>

mir meinen Schatz entwendet,/ ohne Reu.


Dort oben auf dem Pult,/ dort sonnt sie sich>

so gern, /die Pflanze,/ oft den ganzen Tag.


Im Garten steht der Schaukelstuhl,/ den wir>

seit langem nicht benutzen,/ alt ist er.


Sie spielen im Gebüsch, die Tiere,/ wie>

zur Sommerszeit,/ der Winter stört sie nicht.

Sonntag, 28. November 2010

Der Rabe sitzt auf einem schmalen Zaun,

er pfeift und singt den lieben langen Tag.

Durch Wind und Nebel kommt der alte Mann.

Sie tanzen und schaukeln auf und ab im Wind.

Der Klee bewegt den Kopf zu diesem Stück.

Im grünen Garten bin ich oft und gern.

Die Pflanze streckt den Körper zu dem Licht.

Der Blumentopf ist voll von all dem Schrott.

Auf dem Sofa sitzt die graue Katze,

putzt sich ihre freche kleine Tatze.

Die Kugel hängt ganz oben auf dem Baum.

Die Zeit wird kommen ohne dass wir’s sehn.

Im Bette alle meine Träume liegen.

Dort oben leben will er leider nicht.

Auf dem Hügel sieht man seine Hütte.

Im Busche huscht das Wiesel schnell vorbei.

Das Kind bewegt die wiege hin und her.

Um den Tisch versammelt sich die Schar.

Die Lampe leuchtet durch den langen Gang.

Die Kälte vereist vom Wasser jeden Tropf.

Mir gefällt der Zweizeiler über die Katze am besten, weil er einen schönen Klang ergibt. Was die Betonung angeht ist der Pentameter aber etwas eintönig. Ich habe nur zwei- und einsilbige Wörter verwendet. Dafür musste ich die Betonung der Wörter nicht nötigen.

Sonntag, 14. November 2010

Inventurgedicht

Ich habe viele Stifte,

die ich nie benutze.

Ausser den Blauen

Und den Grauen

In einer Kiste,

befinden sich die Stifte.

Die kleine graue Kiste,

ist auf dem Deckel

mit Zeichnungen verziert.

Sie liegt auf meinem Pult,

das ich selten gebrauch.

Viel lieber arbeite ich

auf dem Boden,

oder gar auf meinem Bett.

All das befindet sich

In meinem Zimmer.

In dem ich jeden Tag

Zwölf Stunden verbringe.

In der Schule habe ich bisher kaum Erfahrungen mit Lyrik gesammelt. Wir hatten zwar das Thema Balladen behandelt, aber ausser den Erlkönig zu lesen haben wir nicht viel gemacht. Ab und zu kam es auch dazu, dass wir selbst Gedichte schreiben mussten. Ich habe jedoch weder gelernt, wie man ein Gedicht schreibt, noch weiss ich, was ein Gedicht ausmacht.

Ich lese sehr gerne Gedichte, sie zu verfassen überlasse ich aber lieber anderen. Wer schreibt, will etwas mitteilen. Der Schreibende will, dass der Leser sich mit dem Geschriebenen auseinandersetzt und dass er das Gelesene nicht vergisst. Der Lyriker erreicht sein Ziel, indem er alle Eigenschaften der Sprache nutzt. Er beherrscht es mit Worten Klänge zu erzeugen, er bedient sich vielen Stilmitteln und all dies tut er, um mit wenigen Worten viel zu sagen. Das Gedicht „Die schlesischen Weber“ von Heinrich Heine ist ein gelungenes Gedicht, denn durch die Wiederholungen des Verses „wir weben, wir weben!“ entsteht eine Melodie, die dem Webevorgang entspricht und sich somit beim Leser einprägt. Heines Gedicht ist so gut, weil mich dieses Gedicht zum Denken anregt und ich es nicht vergessen kann.

Montag, 5. Juli 2010

Lebende Leichen

Wie sich das Blau über den Boden wälzt,

wie es grollt und brodelt,

zarte Farben noch fröhlich tanzen,

die dunkeln sich verpantschen.

Und wenn der Druck von oben,

die hellen beginnen zu toben,

sie langsam nach unten versetzt,

wirkt das Gesetz.

Unter Schmerzen, unter Schreien,

verwandelt sie sich im tiefen Blau,

aus Gelb wird Grün,

aus Rot ein dreckiges Violett.

Welch traurige Schlacht

wurde da über sie gebracht!

Atmen, atmen wollen sie,

nach oben, nach oben kommen sie,

Doch das Gehen wird ihnen verwehrt,

denn die Fesseln sind bewährt.

Wie sie nun da liegen,

sind sie umhüllt,

von all diesen hungrigen Fliegen,

die ihnen gierig,

während Geruch,

von Kopf und Fuss verfliegen,

die Seele vom Körper saugt.

Auf das sie ihm neuen Wesen,

gut genesen.

Und nun die Ewigkeit,

sie wartet,

Stunde um Stunde ist sie da,

wartet bis in die Unendlichkeit,

die für Menschen unerkenntlich bleibt.

Wenn sie schliesslich verenden,

sich dem Tode zuwenden,

so verlautet ihr Schöpfer hochoffiziell,

dass sich Nichts und Ewigkeit,

sehr nahe stehen.

Ich entschloss mich in meinem „Gedicht“, Gerüche mit Hilfe von Farben zu beschreiben, weil ich der Meinung bin, dass diese die wohl interessanteste Form ist Gerüche zu definieren. In erster Linie ging es mir aber nicht darum ein Gedicht über Synästhesie oder Gerüche zu schreiben, vielmehr wollte ich aufzeigen, wie pervers und krank es ist, Gerüche zu konservieren. Man ertränkt Lebewesen in ekligen Fetten oder im Wasser, um ihnen ihren Duft zu entziehen, ihre Seele zu fesseln. Sie werden zu lebenden Leichen und das schlimmste ist, dass sie nicht mehr sterben können. Diese konservierten Düfte erinnern mich stark an die Götter im Olymp, ewig jung und lebendig und wahrscheinlich genauso eifersüchtig auf die Menschen wie jene Götter. Es ist typisch für die Menschen, dass sie alles konservieren wollen, alles muss ewig, stetig sein, nichts darf vergehen, nicht die Jugend und ebenso wenig die Gerüche. Und das aus dem einfachen Grund, weil die Menschen die Gewohnheit lieben, sie sind so sensibel, dass sie jede auch noch so kleine Veränderung aus der Ruhe bringen kann. Es gibt aber noch einen zweiten Grund, weswegen die Menschen alles konservieren müssen, sie wollen Erinnerungen sammeln. Heute machen wir Fotos, früher presste man die schönen Blumen.

Ich würde noch gerne etwas zu einer bestimmten Person sagen, nämlich dem Mann, der gegen den Schluss so plötzlich auftaucht. Bei diesem Mann handelt es sich um Jean-Babtiste Grenouille. Ich wollte darauf aufmerksam machen, warum Grenouille es so liebt Gerüche zu konservieren. Mit diesen Gerüchen stellt er etwas für die Ewigkeit her, es scheint ihm sehr wichtig zu sein Gerüche zu schaffen, die die Chance haben zu existieren. Gleichzeitig fühlt er sich allem verbunden, was ewig ist, weil es irgendwann verendet. Natürlich verendet es nicht im Sinne von, es ist nicht mehr vorhanden, aber es verendet, weil sich die Menschen an etwas gewöhnen, das ewig existiert und daher nicht mehr fähig sind es wahrzunehmen oder sich daran zu erfreuen. Grenouille erlitt eigentlich dasselbe Schicksal wie das Ewige: Er wurde nie wahrgenommen.

Süskinds Parfum im Vergleich mit Schneiders Schlafes Bruder

Schon zu Anfang fiel mir auf, wie ähnlich sich die Erzählformen der Autoren sind. So tut es Schneider Süskind gleich und zeichnet das Leben der Personen, die in der Geschichte Kontakt zu der Hauptfigur haben, bis zu ihrem Tode auf. Ausserdem hat man bei beiden Geschichten das Gefühl, dass eine historische Begebenheit nacherzählt wird. Inhaltlich liegen die Bücher weit auseinander. Schneider erzählt von einem melancholischen jungen Mann, der bis zu seinem Lebensende die Liebe suchte, sie aber niemals findet. Süskind erzählt die Geschichte eines Mörders, so zumindest die Versprechung auf dem Buchdeckel. Ich habe Grenouille eher als ein einsames Wesen wahrgenommen, welches nachdem es sein Lebensziel erreicht hat, nicht mehr wusste, was mit sich anzufangen.

Aber auch beim Inhalt gibt es Ähnlichkeiten: Die Autoren erzählen beide von den grössten Genies ihres Faches, die trotz ihres Talents nie berühmt wurden. Bei beiden handelt es sich um unscheinbare Männer.

Bis anhin habe ich den Inhalt nur auf die Protagonisten beschränkt, ich würde aber noch gerne auf zwei Nebenfiguren eingehen. Bei diesen zwei Personen handelt es sich um Goller und Baldini. Ich finde, dass diese Nebenfiguren beide die Rolle des chancenlosen, eifersüchtigen Mitstreiters verkörpern. Sie beide fördern das Talent der Protagonisten und wünschen sie später loszuwerden. Im Gegensatz zu Baldini gelingt es Goller nicht, Elias Talent für sich zu nutzen und ihn gleichzeitig zu verstecken. An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf die Protagonisten zu sprechen kommen. Weder Elias noch Grenouille scheint es nervös zu machen sich gegenüber ihren Mitstreitern zu beweisen Beiden ist bewusst, dass sie die besten in ihrem Fach sind. Grenouille zelebriert das ganz offen. Bei Elias ist diese Gewissheit eher unbewusst.

Im Folgenden sollen kurz die Talente der beiden Protagonisten angesprochen werden. Während Elias ein grossartiges Gehör besitzt, hat Grenouille eine unglaublich gute Nase, mit Betonung auf unglaublich. Denn über das Talent Grenouilles wird schon etwas fantastisch und unglaubwürdig berichtet. Das Talent Elias hingegen wirkt glaubwürdig, was wahrscheinlich daran liegt, dass man in unserer Welt kaum etwas über „Riechgenies“ hört, die Geschichten von genialen Musikern aber omnipräsent sind. Dass sie beide über ungewöhnliche Talente verfügen, ist nicht ihre einzige Gemeinsamkeit: Beide sind besessen. Auch wenn jeder ein anderes Objekt im Auge hat, drückt sich ihre Besessenheit durch ein gestörtes Sozialverhalten aus. Grenouille ist introvertiert und ein Einzelgänger, er ordnet sich den Menschen über, der Kritik, die sie ihm gegenüber äussern, schenkt er kein Gehör. Elias ist ebenfalls introvertiert, jedoch kein Einzellgänger. Peter, sein einziger Freund, steht ihm immer zur Seite. Auch wenn Elias den Menschen in seinem Dorf klar überlegen ist, ordnet er sich ihnen eher unter. Peter gegenüber könnte man ihn gar als hörig bezeichnen. Wie schon erwähnt, sind sie von verschiedenen Ideen besessen. Bei Grenouille ist nicht ganz klar, wovon er nun mehr besessen ist, von seinem Talent, von sich selbst oder der Idee, einen perfekten Eigenduft für sich zu kreieren. Elias bringt schon stärker zum Ausdruck, von wem er besessen ist. Im ersten Teil des Buches handelt es sich ganz klar um seine Cousine Elsbeth, im zweiten ist er von der Idee zu lieben besessen. Elias bleibt trotz seiner Besessenheit ein soziales „Tier“, er ist im Allgemeinen sehr besorgt um die Gemeinschaft, was sich auch im Umgang mit seinem kleinen Bruder äussert. Grenouille aber stellt seine persönliche Befriedigung über alles, ihm ist jedes Mittel recht, diese zu erreichen

Meiner Meinung nach unterscheiden sich die Bücher aber vor allem durch die Umgebung und die Nebenfiguren. Grenouille ist in seinem Leben viel herumgekommen, er kennt ganz Paris und ist es gewohnt, von vielen Menschen umgeben zu sein, trotzdem kommt er mit der Anwesenheit von anderen Leuten nur schlecht klar. Im Parfum werden die Menschen eigentlich nur in der ersten Hälfte, bevor Grenouille nach Grasse kommt, genau beschrieben, danach verschwinden sie im Schatten Grenouilles. Teilweise scheint es fast so, als wäre Grenouille der einzige Mensch auf dieser Erde, ausser ihm gibt es nur noch die Menschheit und keine Individuen. Der Autor bringt den eigentlich unauffälligen jungen Mann auf diese Weise gut zum Vorschein. Die Umgebung wird auf eine seltsame Weise beschrieben, oft helfen einem nur Geruchsfetzen, sich die Ortschaften vorzustellen. Beim Parfum scheint die Umgebung eher im Hintergrund zu stehen. Deshalb blieb mir auch kaum eine Ortschaft in Erinnerung. Bei Schlafes Bruder spielen Umgebung und Mitmenschen eine zentrale Rolle. Elias kennt nichts ausser dem kleinen Dorf, in dem er aufwuchs. Daher wird dieses Dorf genau beschrieben und er spricht alle Sinne an. Das Dorf erhält immer klarere Umrisse, denn Schneider greift die Beschreibung immer wieder auf und vertieft sie. Auch den Nebenfiguren wird viel Aufmerksamkeit geschenkt. Der Charakter sowie das Aussehen jedes einzelnen werden dem Leser näher gebracht. Oft verlässt der Autor für einige Zeit Elias und wendet sich anderen Personen zu. Über diese Personen schreibt er nicht nur oberflächlich, sondern dringt, wie er es auch beim Protagonisten tut, in ihre Gefühlswelt ein.

Ich habe versucht einige Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Büchern aufzudecken. Von meinem aktuellen Standpunkt aus würde ich sagen, dass sich Schneider zwar von dem Parfum inspirieren liess, mit seiner Geschichte aber etwas ganz anderes vermitteln will als Süskind.

Ist Grenouille ein Mensch?

Die meisten würden diese Frage, ohne auch nur einmal mit der Wimper zu zucken, mit Nein beantworten, gleichzeitig aber Grenouille als einen bösen Menschen bezeichnen. Ich selbst möchte es mir nicht so leicht machen und meine Antwort im Buch und in der Realität des Menschen suchen. Was einem als aller erstes ins Auge sticht, ist, wie Grenouille die Menschen beschreibt. Er empfindet die Menschen als minderwertig, man könnte sagen, dass er dasselbe Verhältnis zu ihnen hat, wie die Menschen zu Tieren: Sie sind nichts als Mittel zum Zweck. Diese Aussage stütze ich auf die Seite 192. Auf dieser Seite wird beschrieben, wie Grenouille den menschlichen Duft nachahmt, dafür benutzt er widerwärtigste Zutaten. Noch klarer drückt sich der Erzähler auf der Seite 304 aus, hier wird das Wort Menschen durch Menschentiere ersetzt. Damit wäre die Haltung Grenouilles gegenüber den Menschen geklärt.

Bei seiner Hinrichtung wird klar, dass diese Haltung zumindest scheinbar der Wahrheit entspricht und nicht alleine eine Fantasie Grenouilles ist. Denn die Menschen unterwerfen sich ihm und sind nicht im geringsten fähig hinter seine Maske zu blicken. Grenouille ist, was Intelligenz, Raffinesse und Fleiss angeht, den Menschen klar überlegen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es sich bei Grenouille um ein menschliches Wesen handelt, das gegenüber einem durchschnittlichen Wesen seiner Spezies den Vorteil hat, für gewisse Gefühle völlig unempfänglich zu sein. Man könnte sagen, dass Grenouille eben wegen dieser Gefühlslosigkeit den Menschen so klar überlegen ist. Denn seine Talente und Fähigkeiten bildeten sich nur deshalb in diesem Masse aus, weil ihm seine Gefühle nie im Wege standen. Diese Gefühlsarmut scheint bei Grenouille eine Art Schutzmechanismus zu sein. Besonders vorteilhaft für ihn ist, dass er die wenigen Gefühle, die er überhaupt kennt, fast immer unter Kontrolle hat. Ausserdem besitzt er keine Moral oder mindestens keine, die für Menschen verständlich wäre.

Weil Grenouille diese für Menschen anscheinend unentbehrlichen Eigenschaften nicht besitzt, schliesse ich noch lange nicht aus, dass er ein Mensch ist, denn ich glaube nicht, dass Menschen mit Gefühlen oder einer Moral zur Welt kommen. Zudem ist Grenouille nicht vollkommen gefühlslos. Gewissen Gefühlen, wie z.B. der Liebe, ist er bis zu seinem Tod einfach noch nicht begegnet.

Trotzdem gibt es etwas an Grenouille, das ihn unmenschlich erscheinen lässt. Es drängt ihn nicht seine Ehre zu verteidigen, Ruhm und Ehre scheinen ihm unwichtig. Um seiner Leidenschaft nachzugehen, lässt er sich von jedem ausnutzen und unterschätzen. Wie ihn die Menschen behandeln, ist ihm völlig gleichgültig. Das liegt höchst wahrscheinlich daran, dass Grenouille sich den Menschen überlegen fühlt und ihm daher nur sein eigens Urteil wichtig ist. Trotzdem bleibt er den Menschen gegenüber gerecht. Selbst als Grenouille das Fläschchen voller Macht in den Händen hält, gebraucht er dieses nur, als sein Leben in Gefahr ist.

Ganz anders wird die Menschheit im Buch geschildert: Nur um ihren Stolz zu wahren, töten sie Druot. Im Parfum erscheint die Menschheit sehr viel böser und abgründiger als Grenouille. Was die Frage aufwirft, ob dies der Wahrheit entspricht.

In der Tat ist Grenouille ein sehr Ziel orientierter Mensch. Um zu erreichen, was er will, geht er wortwörtlich über Leichen. Er spielt mit dem Leben seiner Mitmenschen, aber auch mit seinem eigenen. Ich glaube, Grenouille ist sehr wohl bewusst, dass man ihn früher oder später entlarven wird.

Ich gehe nicht davon aus, dass er grundsätzlich böse ist. Es ist viel mehr der Wahnsinn und der Ehrgeiz seines Genies, die ihn zu solchen Taten treiben. Doch ein solch krankes Genie war er nicht immer gewesen, behaupte ich entgegen der Aussage auf Seite 28. Hier erwähnt der Autor, dass Grenouille von Beginn an ein Scheusal gewesen sei. Um meine Aussage zu stützen, möchte ich das Verhalten der Menschen gegenüber Grenouille genauer darstellen. Schon am ersten Tag nach seiner Geburt liessen die Menschen ihn spüren, wie anders er war. Sie schoben ihn von sich, unter dem Vorwand er sei eklig, die Kinder wollten ihn gar ermorden. Dies geschah jedoch nicht, weil er böse war, sondern weil sie ihn kein bisschen einschätzen konnten. Grenouille erfuhr von den Menschen keinerlei Gefühle, weder Hass noch Liebe. Erst durch die Abneigung der Menschen wurde er zu einem Monster. Da Grenouille von den Menschen keine sozialen Werte vermittelt bekam, entwickelte er eine eigene Moralvorstellung. Deshalb war ihm wohl auch nicht bewusst, welches Verbrechen er beging, indem er sein zeitloses Meisterwerk über das Leben eines jeden(sich selber miteingeschlossen) setzte. Am Tag der Orgie stellte sich auch heraus, dass das Abschlachten der Frauen sich zumindest für die Menschen gelohnt hatte. Mit dem Duft verwandelte sich ihre Rachsucht in ein unglaublich starkes Gefühl der Liebe. Es ist mir klar, dass Grenouille schlimme Taten begangen hat. Dass ihn die Menschen schlecht behandelt hatten, ist sicher keine Rechtfertigung. Doch erst durch die Ablehnung der Menschen konnte Grenouille in eine so abgrundtiefe Boshaftigkeit fallen. Auch wenn es scheint, als würde ich die Menschen für ihr Verhalten gegenüber Grenouille verurteilen, ist dem nicht so. Die Menschen stossen Grenouille fast reflexartig von sich. Es dünkt mich, dass sie unbewusst einen Schutz gegen dieses Kind entwickelt haben, ihre Nase scheint sie vor diesem Wesen zu warnen, weil sie ihn nicht riechen können. Dieser Schutz konnte erst gebrochen werden, als Grenouille lernte, den menschlichen Geruch nachzuahmen.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Alternativer Schluss zu Patrick Süsskinds Roman „Das Parfum“

Und wie er da oben stand, über die ihm Unterlegenen, die sich an ihm ergötzten, war er sich sicher nun endlich seine Befriedigung zu finden. Er wollte, dass die Menschen ihn sehen, ihn Jean-Baptiste Grenouille, das genialste Wesen, welches je existiert hatte. Er wollte, dass sie sehen, welch grandiose Welt er erschaffen hatte. Was nützte im all diese Schönheit, wenn es niemanden gab, der den wahren Schöpfer pries? Doch nichts geschah. Die dummen Menschen sahen nur sein Werk, hinter dem er sich versteckte. Keiner von ihnen hätte Grenouille erkannt ohne seine Maske. Da gab es so viele Menschen auf dieser Welt und kein einziger war fähig, ihn zu verstehen! Er war einsam. Es schien ihm sogar, als hätte ihn sein Selbst verlassen. Regungslos stand er nun da und wusste nicht mehr, was tun. Verschwinden, jedes Empfinden unterdrücken, sich seiner Angst stellen? Es war nicht so, dass er davor Angst hatte, dass die Menschen ihn mögen oder ihn hassen, seine Angst war viel primitiver und reicht bis an den Tag seiner Geburt zurück. Schon damals nahm in keine Seele wahr und wäre er nicht so bösartig gewesen, diesen Schrei von sich zu geben, so hätte ihn niemand unter diesem verdammten Tisch bemerkt. Sein Problem war nie gewesen, dass man ihn nicht als Mensch wahrnahm, dies war ihm sogar ganz recht. Grenouilles Angst kam viel mehr daher, dass man ihn gar nicht wahrnahm, besser gesagt, dass er selber sich nicht wahrnehmen konnte. Was nutzte ihm die grossartigste Begabung dieser Welt, wenn sie in keiner Erinnerung weiterlebte, wenn nicht einmal er selbst glauben konnte, dass ein solches Genie jemals diese Erde betreten hatte? Langsam schritt er die Treppen hinab, die mitten ins Gemenge führten, in seiner Linken hielt er den Flakon. Die Menschen sahen den wundervollen Jüngling, wie er graziös die Treppen hinabstieg und legten sich ihm zu Füssen. Grenouille schritt langsam durch die Menge, eine andere Möglichkeit blieb ihm nicht, denn alle stürzten sich auf ihn, wollten ihn von tiefstem Herzen lieben. Er wollte die Liebe der Menschen entgegennehmen, er wollte spüren, was es heisst, geliebt zu werden, doch es blieb einsam und kalt in seinem Innern, so kalt, dass es selbst ihn fröstelte. Die Menschen machten ihn wütend. Welches Recht hatten diese Minderwertigen ihn zu lieben, geschweige denn zu berühren? Er entwickelte einen unglaublichen Ekel und wusste gar nicht mehr, vor wem er sich nun zu ekeln hatte, vor sich oder doch vor den Menschen. Dieser Ekel drückte ihn zu Boden und ein schrecklicher Würgereiz überkam ihn. Wie eine Katze hockte er nun da, darauf wartend, dass er endlich diesen schrecklichen Haarballen an aufgestautem Empfinden aus sich herauswürgen konnte. Doch dieser Ballen steckte fest und versperrte seine Atemwege. Wie ein geschundenes Tier kroch er vorwärts, während die Leute ihn begrapschten, keiner konnte sehen, wie schlecht es dem gestürzten Engel ging. Sie alle dachten, er würde kriechen um ihnen näher zu sein, um mit ihnen die Liebe zu teilen. Grenouille hatte nur im Sinne, irgendwie zu entkommen, wieder atmen zu können. Doch allmählich musste er feststellen, dass es ihm unmöglich war, jemals wieder lebend bewusst die Luft durch Nase und Mund zu ziehen. Doch er wollte leben, er konnte nicht anders und so schrie er wie damals unter dem Tisch seiner Mutter. Der Schrei jedoch war nicht derselbe boshafte, es war ein bemitleidenswerter, schwacher Schrei, ein Schrei der Verzweiflung, in dem sich der Überlebenstrieb Grenouilles spiegelte. Und als er schrie, ballte sich die gesamte Kraft in seiner Linken, er drückte seine Hand so stark zusammen, dass der Flakon, der darin lag, in tausende Teilchen zersprang, die sich blitzartig in seine Handfläche bohrten. Durch diese Wunden schlich sich das Parfum unter seine Haut. Einmal in seine Blutbahn geraten, verteilte sich der Duft in Windeseile in seinem ganzen Körper. Schliesslich erreichte er auch sein Herz. Grenouille musste weinen, als er spürte, wie dieser Duft seine Erinnerungen herausschwemmte. Doch mit seinem Schmerz verhielt es sich wie mit einem Dorn im Finger: Wenn man ihn herauszieht, schmerzt das unglaublich. Doch auf den Schmerz folgt die Erleichterung. Völlig erschöpft schlief Grenouille ein. Der Lärm den die Kutschen beim Überqueren des Platzes machten, riss ihn aus seinem süssen Schlaf. Er hob den Kopf und sah die Welt, er sah sie! Ruckartig erhob er sich vom Boden und rannte zu seiner kleinen Scheune. Auf dem Weg sahen ihn viele Damen mit verlegenen Blicken an, was ihn ein wenig nervös machte. Zuhause versuchte er sich daran zu erinnern, was geschehen war und wer er war. Doch er konnte sich an fast nichts mehr erinnern, nicht einmal mehr an die Zeit in Paris. Als er abends immer noch nicht zu einem Ergebnis gekommen war, blickte er in den kleinen Spiegel, der er an der Wand hängt, in der Hoffnung, das Rätsel um seine Identität zu lösen. Er schaute sich an und als er sich sah, überkam ihn eine unglaubliche Selbstliebe. Er konnte nicht glauben, dass er selbst dieser unheimlich schöne, junge Mann im Spiegel sein sollte. Als er sich sah, war er sich sicher, dass er der wunderbarste Mensch der Welt sein musste. Genau in diesem Moment der stillen Bewunderung traf ihn eine der Erinnerungen völlig unvermittelt mitten ins Herzen. In dieser Erinnerung sah er einen verkrüppelten Mann, der junge Mädchen tötete. Als er einen zweiten Blick in den Spiegel wagte, grinste die Bestie aus seiner Erinnerung auf ihn herab. Komischerweise empfand er für diese Person eine unglaubliche Zuneigung und auch ein grosses Verständnis für ihre Taten. Es war ihm, als sei jene Person im Spiegel tief in seinem Innern gefangen. Plötzlich glaubte er zu sehen, wie das Spiegelbild seines Innern ihn aufforderte, den Spiegel zu zerschlagen. Diesen Befehl führte Grenouille aus, ohne auch nur einmal den Sinn der Tat anzuzweifeln. Als der Spiegel nun zerbrochen vor ihm lag, begann sich Grenouille instinktiv darin zu wälzen, bis er von Kopf bis Fuss mit Wunden übersät war, aus denen das Blut strömte. Und mit jedem Bluttropfen, den er vergoss, kam ein Stück des wahren Grenouille zurück. Der Hörige fühlte sich wie ein Metzger, der gerade dabei ist ein Schwein zu schächten. Schmerzen hatte er keine, er verspürte vielmehr ein Gefühl der absoluten Befriedigung. Als dann endlich der letzte Tropfen Blut aus seinem Körper floss, konnte Grenouille als derselbe sterben, als der er geboren war.

Samstag, 8. Mai 2010

Nathan ein Anarchist?

1.Aufzug 3. Auftritt

In dieser Szene kommt es zum ersten Wiedersehen zwischen Nathan und dem Derwisch, der sich seit Nathans Abreise stark verändert hat. Schon an seiner schmucken Kleidung ist zu erkennen, dass er seine Funktion als Derwisch zumindest teilweise abgelegt hat. Nathan ist über dessen neues Erscheinungsbild äusserst erstaunt, denn er dachte, dass ein Derwisch sich nie freiwillig so ändern würde. Dies teilt er dem Derwisch auch sofort mit. Jener antwortet darauf, dass er doch nie ein wahrer Derwisch gewesen sei, ausser wenn er es musste. Darauf antwortet Nathan: „Muss! Derwisch! – Derwisch muss? Kein Mensch muss müssen, und ein Derwisch müsste? Was müsste er denn?“ Darauf antwortet der Derwisch: „Worum man ihn recht bittet, Und er für gut erkennt: das muss ein Derwisch.“

Ich finde diesen Textabschnitt einer der interessantesten des Buches, denn er versucht Antwort auf eine sehr wichtige Frage zu geben „Muss ein Mensch müssen?“ Einerseits ist da Nathan, der eine eher theoretische Bemerkung dazu macht: „Kein Mensch muss müssen“ Der Derwisch erweitert Nathans Aussage: „Worum man ihn recht bittet, und er für gut erkennt.“ Der Derwisch zeigt in dieser Passage sehr aufklärerische Ansichten, er bestreitet zwar nicht, dass man nicht müssen muss, sagt aber, dass die Vernunft uns dies immer wieder glauben lässt. Des Weiteren erwähnt er, dass des Menschen soziale Ader ihn beinahe zwingt gewisse Dinge - meist für andere - zu tun, weil man sonst vom schlechten Gewissen gequält wird. Dieser Ausschnitt jedoch zeigt Nathan nicht als das, was er ist: ein Freigeist und Aufklärer. Er wird vielmehr als Anarchist dargestellt. Deshalb habe ich mich auf die Suche nach Textstellen gemacht, die Nathan als Aufklärer zeigen.

1. Aufzug 2. Auftritt

Während dieses Auftritts streitet sich Nathan mit Daja und Recha, weil es diesen zu wenig spektakulär ist, dass Recha von einem Tempelherrn gerettet wurde. Deshalb gehen die beiden davon aus, dass ein Engel der Retter war.

In diesem Auftritt ist Nathan einerseits der Vernünftige, der die Menschen zum Denken bewegt und ihre Abhängigkeit vom Aberglaube eindämmen will und andererseits der Gesellschaftskritiker, der die Sensationsgier seiner Zeit nicht länger ertragen kann.

3. Aufzug 7. Auftritt

Die Ringparabel: Auf Saladins Frage nach der besten Religion antwortet Nathan mit einem Gleichnis, dessen Aussage ist, dass alle Religionen gleich gut sind.

Auch wenn Nathan ein Jude ist (Es bleibt unklar, ob Nathan ein gläubiger Jude ist, denn dieses Thema wird im Buch nicht ausgeführt), hält er seine Religion nicht für die beste. Er sagt nur, dass sie am besten zu ihm passe. Für seine Zeit ist das ein sehr fortschrittliches Denken. Nathan erwähnt auch, dass die Religionen an und für sich gar nicht so wichtig sind, denn im Vordergrund steht die Art und Weise, wie man sie lebt.

In diesen Ausschnitten ist Nathan klar als Aufklärer zu erkennen. Obwohl ich viele Ansichten Nathans teile, ist er mir alles andere als sympathisch. Ich musste lange überlegen, woran das liegt, bis ich bemerkte, dass Nathan nicht wie ein Mensch dargestellt wird. Er ist durchgehend vernünftig, seine Emotionen haben nicht den kleinsten Einfluss auf sein Handeln. Er hat sich absolut unter Kontrolle und handelt nicht einmal im Affekt. Meiner Meinung nach wird Nathan zu perfekt dargestellt. Lessing hat mit Nathan keinen Menschen erschaffen, sondern vielmehr ein Ideal.

Sonntag, 18. April 2010

Der Mitläufer gewinnt

Am Beispiel von Lukas in der Rolle eines Werwolfes möchte ich das ideale Verhalten eines solchen analysieren:

Lukas entwickelte eine tolle Taktik, um so unauffällig wie möglich zu sein. Er meldete sich erst, wenn sich schon herauskristallisiert hatte, gegen wen sich die Menge wenden würde. Dann schloss er sich der Mehrheit an, indem er einige Argumente hervorbrachte, die den vermeidlichen Werwolf belasteten. Zu seinen Argumenten und der Art, wie er sie präsentierte, muss ich noch sagen, dass sie meistens eher schwach waren. Jedoch ist das kein Problem, denn er übernahm im Spiel sozusagen die „Mitläufer-Rolle“ und wurde deswegen nie verdächtigt. Lukas fand einen guten Mittelweg zwischen aktivem und passivem Verhalten und errang somit den Sieg. Damit möchte ich aber nicht sagen, dass aktives oder auch offensives Verhalten ungeeignet sei. Wichtig ist nur folgendes: Wenn man eine Person „angreift“, muss man stichfeste Argumente bringen und diese vor allem gut präsentieren beispielsweise mit Hilfe von „Fünfsätzen“. Besonders gefährlich wird es, wenn man eine Diskussion mit einem Angriff einleitet. Um dies zu veranschaulichen, werde ich einen Diskussionsausschnitt wiedergeben, der aufzeigt wie man es nicht machen sollte.

Chiara = Bürger und Dorfvorsteherin

Steffi = Hexe

Katja = Werwolf

Cécile = Seherin

Chiara(die erste, die spricht) beschuldigt Cécile ein Werwolf zu sein, weil sie gelangweilt aufgewacht sei. (Diese Aussage verwirrte, so glaube ich zumindest, nicht nur mich, sondern auch ein Grossteil der Mitspielenden.)

Cécile erwidert darauf, dass die Bevölkerung es bereuen würde, wenn man sie töten liesse.

Steffi stellt sich auf die Seite von Chiara und meint, wenn Chiara ein Werwolf wäre, würde sie nie als Dorfvorsteherin arbeiten.

Katja kritisiert Steffi und Chiara, weil sie Cécile ohne Grund angreifen, was darauf hindeute, dass sie gar keinen Grund finden könnten, weil sie selbst Werwölfe seien.

Die Bevölkerung entscheidet im Sinne von Katja und brachte Chiara um.

Ich denke, dass Chiara nicht getötet worden wäre, hätte sie ihr Argument zu einem späteren Zeitpunkt angebracht, denn während einer schon laufenden Diskussion hätte man ihrer Aussage wohl weniger Beachtung geschenkt.

Das Einzige von dem ich nur abraten kann, ist, sich völlig zurückzuhalten und nie ein Statement abzugeben.

Aufgrund meiner Analysen komme ich zum Schluss, dass das Verhalten und die Präsentation der Argumente häufig wichtiger ist als der Inhalt. Des Weiteren spielt das Timing eine grosse Rolle.

Sonntag, 4. April 2010

Die rote Tante mit den schwarzen naturaplan Lederstiefeln

Meine Tante Monika 47 Jahre jung, mit ihrem Lebensmotto: „Schwerer werden. Leichter sein“, arbeitet schon seit bald 12 Jahren an der Langstrasse, wo sich ihr Etablissement befindet. Jeweils am Montag und Donnerstag zieht sie ihre schwarzen naturaplan Lederstiefel an und schwingt sich auf ihr rosa Elektrobike – ihre neuste Errungenschaft. Mit voller Kraft tritt sie in die Pedalen und denkt dabei: „Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Elektrobike. Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste im Anhänger und die Strasse.“ Sie erreicht Zürich in einer Stunde, zehn Minuten und fünfundfünfzig Sekunden. Je nach Windrichtung ist frau auch schneller. An der Langstrasse angelangt, ruft sie einem Alkoholiker zu: „Es hat keinen Sinn, Sorgen in Alkohol ertränken zu wollen, denn Sorgen sind gute Schwimmer.“ Sie genehmigt sich jeweils noch einen „Chai on the Rocks“ bei Gökan und plaudert mit ihm über die GSoA, Allah und die Welt. „Weißt du Gökan: Ich bin nicht nur Pazifistin, ich bin militante Pazifistin. Nichts wird Kriege abschaffen, wenn nicht die Menschen selbst den Kriegsdienst verweigern.“ - „Ach Monika!“, sagt Gökan. „Ich trage einen Panzer aus meinen Narben. Sie werden immer dichter und horniger. Wenn ich’s erleben sollte, werde ich nächstens schon unverwundbar sein.“ Müde von der Velofahrt und dem anregenden Gespräch mit Gökan begibt sie sich dann an ihren Arbeitsplatz, wo sie die schwarzen Lederstiefel reinigt und in den roten Schrank stellt. Dabei denkt sie: „Die Schuhfabrikanten machen Frauenschuhe zum Stehenbleiben. Dabei brauchen wir eher Schuhe zum Davonlaufen.“ Kurz danach klingelt es an ihrer Türe mit der Aufschrift: „Der einzige Weg, eine Versuchung loszuwerden, ist, ihr nachzugeben.“ Schnell stellt Monika das Licht auf Rot und schliesst die Türe.

Ich bewundere meine Tante Monika für ihr soziales Engagement und ihre weisen Worte. Sie hilft jenen, die es am nötigsten haben. Wegen ihrer offenen und warmen Art ist sie bei ihrer Klientel allseits beliebt. Am liebsten würde ich später einmal in die mit den schwarzen naturaplan Lederstiefeln hinterlassenen Fussstapfen meiner Tante treten. Meine soziale Ader, denke ich, habe ich bestimmt von ihr geerbt. Sie ging – als ich noch ein kleines Kind war - soweit, dass ich die frisch gepflanzten Salatsetzlinge in unserem Garten den Weinbergschnecken verfüttert habe. Natürlich zur Verärgerung meiner Mutter. Sehnsüchtig erwarte ich, mich später einmal in den Dienst der sozial Schwachen zu stellen. Es lebe die soziale Gerechtigkeit und: „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“

„Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu.“

Ihre Nora Schüller

PS: Meine Tante, resp. das Hilfswerk, bei welchem sie arbeitet, würde sich über eine Spende sehr freuen. Postkonto wird auf Wunsch gerne mitgeteilt.

Sonntag, 28. März 2010

Iphigenie auf Tauris

„Seele“

Ich weiss nicht warum, aber dieses Wort war mir von dem Tag an, als ich es zum ersten Mal hörte unsympathisch. Seele - alle Menschen glauben fest an sie und sind sich sicher, dass jeder Mensch eine besitzt. Viele glauben sogar, dass man sie bedingungslos vom Körper trennen muss, wobei der Körper den minderwertigeren und vergänglichen Teil darstellt. Ich konnte und kann diesen Behauptungen keinen Glauben schenken. Selbst wenn es eine Seele gäbe, könnte ich nicht nachvollziehen, wie der Körper so schlecht dargestellt werden kann. Schliesslich ist die Seele ein Teil des Körpers und der Körper ein Teil der Seele, sie leben in einem symbiotischen Verhältnis. Auch wenn sie nicht zusammen leben würden, könnten sie existieren, sie würden jedoch stark an Effizienz einbüssen oder gar ihre Funktion ändern. Eine solche Situation wäre vergleichbar mit einem Raubtier, dem man Zähne und Krallen abgeschnitten hat: Das Tier wäre immer noch ein Tier, nur müsste es seine wichtigste Funktion aufgeben. Die Zähne und Krallen wären immer noch klar als solche erkennbar, doch funktionstechnisch gesehen absolut unbrauchbar. Ich persönlich bin der Meinung, dass es den Körper und die Psyche gibt. Das mag jetzt so klingen, als gäbe ich der Seele nur einen anderen Namen, doch für mich ist die Psyche tatsächlich etwas anderes als die Seele. Während viele glauben, dass die Seele ewig existiert, stirbt die Psyche mit dem Körper. Die Psyche und der Körper stehen in einem viel engeren Verhältnis zueinander als der Körper zur Seele. Erst Körper und Psyche ergeben ein Wesen, es ist den beiden unmöglich eigenständig zu funktionieren.

Freitag, 26. März 2010

Ich hasse mein Heulen, mein Lachen, ich hasse jede Gefühlsregung, die ich zeige. Ich hasse sie, denn sie sind so falsch wie all meine hundert Gesichter. Das Schlimme ist nicht, dass ich so viele Gesichter besitze und meine Gefühle ab und zu nichts als gestellt sind, das Schlimme ist, dass ich selbst vergessen habe, welches mein wahres Gesicht ist. Ich fühle noch nicht einmal, welches Lachen das gefälschte ist, welches das richtige. Alles ist gleich, mein Weinen, hört sich an wie mein Lachen. Ich wünsche mir so sehr, aus dieser Identitätskrise herauszukommen. Manchmal, wenn ich Zeit zum Nachdenken habe, schaue ich zurück und frage mich, ob ich jemals gewusst habe, wer ich bin, oder ob es damals einfach egal war. Dann kommt natürlich auch die Frage nach der Zukunft auf. Werde ich diese Krise ein Leben lang mit mir herumschleppen oder ist dann plötzlich wieder alles egal? Ich glaube, wenn ich erwachsen werde, dann höre ich auf, so viele Fragen zu stellen. Wahrscheinlich werde ich einer dieser gleichgültigen Menschen, bei denen die Sinne müde sind, das Herz träge ist, der Geist erstarrt, diese Sorte Menschen die innerlich abgestorben scheinen. Ich frage mich nur, welche Rolle besser ist, die des Peinigers oder die des Opfers, denn schliesslich ist es nicht das grösste Übel, unseren Mitmenschen zu hassen, sondern ihnen gegenüber gleichgültig zu sein. Aber momentan fühle ich definitiv noch genug, und ich denke immer zu daran, ob es möglich ist, dass jeder Mensch diese Verwandlung durchmacht. Sicherlich ist diese Verwandlung bei jedem Menschen verschieden stark ausgeprägt. Auch wenn diese Gleichgültigkeit sehr befreiend und auch natürlich scheint, traue ich ihr nicht, es kann doch nicht möglich sein, dass ein Mensch nie das Bedürfnis hat zu fragen und mit nichts und niemandem Mitleid hat. Ich habe Angst davor, so zu werden. Lieber bin ich ein undefinierbares Etwas als ein kaltes, vor sich hin siechendes, genau definiertes Nichts.

Heute ist wieder einer dieser Tage, an denen ich absolut frei von Gedanken bin, frei von den vielen Stimmen in mir und trotzdem halte ich diese Tage nicht aus. Meine Nerven sind wie betäubt, die Farben verblassen, sogar die Nahsinne meiner Haut und meines Geschmacks scheinen abgeschaltet, die Welt erscheint mir wie hinter einem Milchglas. Ich fühle mich gefangen, der eine Teil meines Geistes ist hellwach, er will raus, doch der andere zieht mich nach unten, wie ein Stein an dem Fuss eines Schwimmenden. Auch wenn ich weiss, dass ich untergehen werde, versuche ich zu schwimmen, denn so lange ich dies tue, kann ich mir sicher sein, dass ich mich noch nicht verwandelt habe. Oder waren dies schon die ersten Anzeichen der Veränderung? Ich paddle mit aller Kraft, doch es nützt nichts, ich komme nicht mehr hoch und während ich tiefer und tiefer sinke, verklingen die Worte der anderen im Hintergrund. Kaum etwas dringt noch in mein Sinnenfeld, noch nie habe ich diesen Kampf so intensiv erlebt, als wäre er real. In letzter Zeit kamen diese sonderbaren Tage in immer kürzeren Abständen und ich bin mir nun sicher, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis es nur noch solche Tage in meinem Leben gibt. Mein Denken beginnt sich auch schon zu verändern es giert nicht mehr nach Wissen es will sich nur noch erholen, es funktioniert nicht mehr. Doch bei meinem Empfinden ist die Verwandlung am meisten fortgeschritten, ich fühle wie die Gleichgültigkeit meine Beine hochzieht und wie alles was mit ihr in Kontakt kam am verderben ist. Gestern musste ich feststellen, dass es nur noch wenige Tage dauern kann bis sie auch mich erreicht hat, ich habe Angst, Angst davor, dass zu werden was ich verabscheue und verurteile.

Auch zehn Tage später bin ich noch am Leben und finde es einfach unglaublich, dass ich diese Texte tatsächlich geschrieben habe. Ganz ehrlich mir geht es gut genauso gut wie vor meiner Verwandlungstheorie, ja Menschen ändern sich aber nicht von einem Tag auf den anderen und erstrecht nicht gegen ihren eigenen Willen. Hätte ich von Anfang an einen gesunden Menschenverstand besessen so wäre ich nie dazu gekommen, solch wirre Dinge aufzuschreiben, was eigentlich ganz lustig war.

Donnerstag, 25. März 2010

Verwandlung?

Ich hasse mein Heulen, mein Lachen, ich hasse jede Gefühlsregung, die ich zeige. Ich hasse sie, denn sie sind so falsch wie all meine hundert Gesichter. Das Schlimme ist nicht, dass ich so viele Gesichter besitze und meine Gefühle ab und zu nichts als gestellt sind, das Schlimme ist, dass ich selbst vergessen habe, welches mein wahres Gesicht ist. Ich fühle noch nicht einmal, welches Lachen das gefälschte ist, welches das richtige. Alles ist gleich, mein Weinen, hört sich an wie mein Lachen. Ich wünsche mir so sehr, aus dieser Identitätskrise herauszukommen. Manchmal, wenn ich Zeit zum Nachdenken habe, schaue ich zurück und frage mich, ob ich jemals gewusst habe, wer ich bin, oder ob es damals einfach egal war. Dann kommt natürlich auch die Frage nach der Zukunft auf. Werde ich diese Krise ein Leben lang mit mir herumschleppen oder ist dann plötzlich wieder alles egal? Ich glaube, wenn ich erwachsen werde, dann höre ich auf, so viele Fragen zu stellen. Wahrscheinlich werde ich einer dieser gleichgültigen Menschen, bei denen die Sinne müde sind, das Herz träge ist, der Geist erstarrt, diese Sorte Menschen die innerlich abgestorben scheinen. Ich frage mich nur, welche Rolle besser ist, die des Peinigers oder die des Opfers, denn schliesslich ist es nicht das grösste Übel, unseren Mitmenschen zu hassen, sondern ihnen gegenüber gleichgültig zu sein. Aber momentan fühle ich definitiv noch genug, und ich denke immer zu daran, ob es möglich ist, dass jeder Mensch diese Verwandlung durchmacht. Sicherlich ist diese Verwandlung bei jedem Menschen verschieden stark ausgeprägt. Auch wenn diese Gleichgültigkeit sehr befreiend und auch natürlich scheint, traue ich ihr nicht, es kann doch nicht möglich sein, dass ein Mensch nie das Bedürfnis hat zu fragen und mit nichts und niemandem Mitleid hat. Ich habe Angst davor, so zu werden. Lieber bin ich ein undefinierbares Etwas als ein kaltes, vor sich hin siechendes, genau definiertes Nichts.

Heute ist wieder einer dieser Tage, an denen ich absolut frei von Gedanken bin, frei von den vielen Stimmen in mir und trotzdem halte ich diese Tage nicht aus. Meine Nerven sind wie betäubt, die Farben verblassen, sogar die Nahsinne meiner Haut und meines Geschmacks scheinen abgeschaltet, die Welt erscheint mir wie hinter einem Milchglas. Ich fühle mich gefangen, der eine Teil meines Geistes ist hellwach, er will raus, doch der andere zieht mich nach unten, wie ein Stein an dem Fuss eines Schwimmenden. Auch wenn ich weiss, dass ich untergehen werde, versuche ich zu schwimmen, denn so lange ich dies tue, kann ich mir sicher sein, dass ich mich noch nicht verwandelt habe. Oder waren dies schon die ersten Anzeichen der Veränderung? Ich paddle mit aller Kraft, doch es nützt nichts, ich komme nicht mehr hoch und während ich tiefer und tiefer sinke, verklingen die Worte der anderen im Hintergrund. Kaum etwas dringt noch in mein Sinnenfeld, noch nie habe ich diesen Kampf so intensiv erlebt, als wäre er real. In letzter Zeit kamen diese sonderbaren Tage in immer kürzeren Abständen und ich bin mir nun sicher, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis es nur noch solche Tage in meinem Leben gibt. Mein Denken beginnt sich auch schon zu verändern es giert nicht mehr nach Wissen es will sich nur noch erholen, es funktioniert nicht mehr. Doch bei meinem Empfinden ist die Verwandlung am meisten fortgeschritten, ich fühle wie die Gleichgültigkeit meine Beine hochzieht und wie alles was mit ihr in Kontakt kam am verderben ist. Gestern musste ich feststellen, dass es nur noch wenige Tage dauern kann bis sie auch mich erreicht hat, ich habe Angst, Angst davor, dass zu werden was ich verabscheue und verurteile.

Auch zehn Tage später bin ich noch am Leben und finde es einfach unglaublich, dass ich diese Texte tatsächlich geschrieben habe. Ganz ehrlich mir geht es gut genauso gut wie vor meiner Verwandlungstheorie, ja Menschen ändern sich aber nicht von einem Tag auf den anderen und erstrecht nicht gegen ihren eigenen Willen. Hätte ich von Anfang an einen gesunden Menschenverstand besessen so wäre ich nie dazu gekommen, solch wirre Dinge aufzuschreiben, was eigentlich ganz lustig war.

Samstag, 6. März 2010

Axolotl roadkill


Nach dem Lesen einiger Seiten war ich etwas irritiert, da die Autorin nichts Konkretes schrieb und ihre, respektive die Gedanken der Protagonistin nie zu Ende führte. Ich hoffte, dies würde sich im Laufe der Geschichte ändern, dem war leider nicht so. Mir ist natürlich klar, dass Helene Hegemann mit dieser verschwommenen Darstellung von Miftis Leben unterstreichen wollte, in welchem Zustand sich die Protagonistin befindet. Meiner Meinung nach hat sie damit ein wenig übertrieben, denn es gibt so gut wie keine Szene in der die Hauptdarstellerin sich klar ausdrückt. Weil die Autorin den Leser in Unwissenheit baumeln lässt und auch keine grossartige Geschichte erzählt, verging mir die Lust am Lesen schon bald.

Des Weiteren ist mir der Schreibstil der Autorin aufgefallen, der einerseits sehr intelligent und gleichzeitig vulgär ist. Im Grossen und Ganzen finde ich ihre Sprache gut, jedoch wirkt die Geschichte gerade der Sprache wegen auf mich unglaubwürdig, denn ich gehe nicht davon aus, dass eine 16jährige, die Drogen nimmt und gegen die high society rebelliert, nur so mit Fremdwörtern um sich wirft.

Mit ihrem Buch behandelt Hegemann ein interessantes sowie aktuelles Thema. Mir persönlich hätte es mehr zugesagt, wenn sich Hegemann nicht ganz so stark auf das Thema Drogen konzentriert hätte und stattdessen die familiären Verhältnisse und die Beziehungen der einzelnen Mitglieder untereinander genauer geschildert hätte, denn diese sind ja sozusagen der Ursprung für Miftis Wohlstandsverwahrlosung.

Sonntag, 10. Januar 2010

Bewertung Stundengestaltung Mirjam, chiara und Milena

Am Donnerstag gestalteten Mirjam, Chiara und Milena eine Stunde zur Kurzgeschichte „Die drei Gedanken des Buckelchens“ von Priandello. Zuerst gehe ich auf eure mündliche Leistung, dann auf den Inhalt ein.

Mirjam: Du hast beim Sprechen wenige Fehler gemacht. Ich hatte nur das Gefühl, dass du deinen Teil auswendig gelernt hast. Ebenso hat es mir nicht gefallen, dass du während des Vortragens eher auf den Boden als ins Publikum geschaut hast.

Chiara: Ich hatte das Gefühl, dass du nicht ganz so gut vorbereitet warst wie die andern. Du hast beim Sprechen einige Fehler gemacht und immer mal wieder auf deine Notizen geschaut. Dir fiel es jedoch leicht mit deiner Stimme Spannung zu erzeugen, so war es mir angenehm dir zuzuhören.

Milena: Ich glaube, dass du dich gut vorbereitet hast. Du hast nur wenige Fehler gemacht und selten auf deine Notizen schauen müssen. Du hättest meiner Meinung nach mehr mit deiner Stimme „spielen“ können.

Inhalt: Die Worterklärungen am Anfang fand ich zwar gut, nur glaube ich, dass sie nicht notwendig waren, da sich für mich alle Wörter im Zusammenhang erklärt hätten. Die Zusammenfassung war kurz und prägnant, die wichtigsten Informationen habt ihr meiner Meinung nach erfasst. Den Teil über den Autor fand ich auch gut, ihr habt nicht zu viel und nicht zu wenig über ihn gesagt. Euer Versuch hat mich wirklich beeindruckt: Er half mir, zumindest was das physische angeht, nachzuvollziehen, was es heisst körperlich eingeschränkt zu sein. Die darauf folgende Diskussion war nicht so lebendig, ihr habt zu wenige Fragen vorbereitet. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es sehr schwierig sein muss Fragen zu finde, die Leute auffordern zu sprechen. Den Abschnitt über den Faschismus fand ich zu lang. Ich denke, es hätte gereicht, über Faschismus in Bezug auf Behinderte zu sprechen.

Mein Fazit: Ihr habt eine gute, informative sowie spannende Stunde gestaltet, einzig eure Diskussion hättet ihr besser vorbereiten müssen.

Sonntag, 3. Januar 2010

Bewertung Katja und Anna

Am Donnerstag hielten Anna und Katja eine Lektion zur Kurzgeschichte Weihnachten heisst schenken von David Sedaris.

Anna: Du hast nach einer kurzen Begrüssung die Geschichte zusammengefasst. In diesem ersten Teil hast du etwas schnell gesprochen, aber nach und nach hast du dann eine gute Geschwindigkeit gefunden. Den Augenkontakt zum Publikum hast du gehalten.

Katja: Was deine rednerischen Fähigkeiten angeht, gibt es nichts auszusetzen: Du hast frei gesprochen, ein gutes Tempo gehabt und stets Augenkontakt zum Publikum gehalten.

Die Einleitung war zwar nicht schlecht, sie war einfach etwas „Standard“. Die Zusammenfassung hingegen war wirklich gut, ihr habt an der richtigen Stelle eingesetzt und den Handlungskern herausgearbeitet. Ihr habt eigentlich wenig über den Autor gesagt, aber was ihr zu ihm gesagt habt, hatte immer einen Bezug zur Geschichte. Das Spiel, das ihr vorbereitet habt, war lustig, aber ich denke, ihr hättet es auch weglassen können. So wie ihr die Diskussion gestaltet habt, wurde sie lebendig und es gab auch verschiedene Meinungen, was es wohl ohne die Rollenverteilung nicht gegeben hätte. Auch eure für die Diskussion vorbereiteten Fragen fand ich gut, weil sie sich immer wieder an andere Charaktere richteten und somit alle zu Wort kamen.