Nach dem Lesen einiger Seiten war ich etwas irritiert, da die Autorin nichts Konkretes schrieb und ihre, respektive die Gedanken der Protagonistin nie zu Ende führte. Ich hoffte, dies würde sich im Laufe der Geschichte ändern, dem war leider nicht so. Mir ist natürlich klar, dass Helene Hegemann mit dieser verschwommenen Darstellung von Miftis Leben unterstreichen wollte, in welchem Zustand sich die Protagonistin befindet. Meiner Meinung nach hat sie damit ein wenig übertrieben, denn es gibt so gut wie keine Szene in der die Hauptdarstellerin sich klar ausdrückt. Weil die Autorin den Leser in Unwissenheit baumeln lässt und auch keine grossartige Geschichte erzählt, verging mir die Lust am Lesen schon bald.
Des Weiteren ist mir der Schreibstil der Autorin aufgefallen, der einerseits sehr intelligent und gleichzeitig vulgär ist. Im Grossen und Ganzen finde ich ihre Sprache gut, jedoch wirkt die Geschichte gerade der Sprache wegen auf mich unglaubwürdig, denn ich gehe nicht davon aus, dass eine 16jährige, die Drogen nimmt und gegen die high society rebelliert, nur so mit Fremdwörtern um sich wirft.
Mit ihrem Buch behandelt Hegemann ein interessantes sowie aktuelles Thema. Mir persönlich hätte es mehr zugesagt, wenn sich Hegemann nicht ganz so stark auf das Thema Drogen konzentriert hätte und stattdessen die familiären Verhältnisse und die Beziehungen der einzelnen Mitglieder untereinander genauer geschildert hätte, denn diese sind ja sozusagen der Ursprung für Miftis Wohlstandsverwahrlosung.
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