Sonntag, 1. April 2012

Ich hatte eigentlich keine Vorstellung davon, wie die Lesung ablaufen würde, da ich weder den Autor noch eines seiner Werke kannte. Obwohl ich nichts Bestimmtes erwartet hatte, war ich völlig überrascht von der Lesung. Zuerst dachte ich, dass die Überraschung so gross war, weil die Lesung besonders viel Spass machte, denn der Autor Christian von Aster ist ein sehr redegewandter Mann. Mit Hilfe von Gesten und Mimik schafft er es, seinen Geschichten Leben einzuhauchen. Auch seine Erzählungen - witzige Kurzgeschichten und Märchen - trugen dazu bei, dass ich an der Lesung Gefallen fand. Doch glaube ich nicht, dass dies der einzige Grund für meine Überraschung war, denn irgendwie liess mich das Gefühl nicht los, dass diese Lesung gar keine Lesung war. Für mich geht es in einer Lesung darum, dass ein Autor sein Werk vorstellt, es dem Publikum schmackhaft macht oder auch Fragen dazu beantwortet. Die Vorstellung von Christian von Aster empfand ich eher als Märchenstunde für Erwachsene, denn sie war zwar sehr unterhaltsam, warf aber keine Fragen auf. Was mich wahrscheinlich auch irritierte, ist, dass Herr von Aster sich in einigen seiner Geschichten einer altertümlichen märchentypischen Sprache bedient. Eben diese Sprache anonymisiert seine Texte und hatte auf mich den Effekt, als stünde ein Schauspieler vor mir, der Geschichten vorträgt.

2 Kommentare:

  1. Eigentlich habe ich mir vorgenommen, diese Woche keine Kommentare zu schreiben und das ggf. Herrn von Aster zu überlassen. Zu einem Punkt, den du ansprichst, will ich mich aber doch noch äussern:

    Du sprichst davon, dass es sich nicht um eine Lesung, zumindest nicht um das, was du dir davon erwartet hast, gehandelt hat. Zu einem gewissen Teil gebe ich dir da recht. Man könnte auch von einem 'Programm', wie bei Kleinkünstlern/Kabarettisten , sprechen. Und das wäre dann eine etwas andere, durchaus anerkennenswerte Kunstform.

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  2. Ich habe die Lesung tatsächlich nicht als solche empfunden, dies ist aber absolut nicht wertend gemeint. Ich wollte damit nicht sagen, dass Christian von Asters Programm nicht eine anerkennenswerte Kunstform sei.

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