Der Vorhang fällt, die Leute verlassen langsam den Raum, wie benommen bleibe ich auf dem Stuhl sitzen. Ich war damals 12 und hatte eben zum ersten Mal eine professionelle Theateraufführung mitverfolgt. Das Stück, das ich gesehen habe heisst „Kabale und Liebe“. Ich ging mit der Erwartung ins Theater, dass die Schauspieler dieses schnulzige Stück völlig übertrieben und pathetisch wiedergeben werden. Doch es kam anders, obwohl mir Schillers Stück ganz und gar nicht gefällt, war ich von der Inszenierung begeistert. Sie brachten das Stück so rüber, dass man ab und zu auch Lachen konnte, aber vor allem die ernsthaften Szenen spielten sie sehr gut, ich empfand sie nicht mehr als übertrieben oder lächerlich so wie im Buch. Ich habe danach noch einige weitere Stücke gesehen. Ich habe auch einige Dramen gelesen.
Ich glaube die dramatische Form ist die mit dem meisten Potenzial, sie ist die einzige Form, die es möglich macht Situationen real wiederzugeben. So komisch es auch klingt ich halte diese Form auch für die beste um Geschichten zu erzählen, denn mit wenig Aufwand wirkt alles sehr lebendig. Am Drama gefällt mir auch, dass es dem Leser oder Zuschauer das Denken überlässt, es schreibt ihm nicht vor wie er die einzelnen Personen beurteilen soll.
An der Schule sammle ich gerade als Schauspielerin einige Erfahrungen. Es macht mir grossen Spass zu spielen, vor allem weil ich eine sehr lustige Rolle verkörpere. Das einzig negative an meiner Rolle ist, dass sie Schweizerdeutsch spricht und ich daher einen sehr wichtigen Teil des Theaters, nämlich das Bühnendeutsch nicht lerne.
Ich freue mich sehr auf dieses Semester, da ich das Theater liebe. Jeder Bereich des Theaters interessiert mich sehr und ich hoffe, dass wir uns im Unterricht mit allen beschäftigen. Aber als ich dann am Anfang des Semesters erfuhr, dass wir in der Klasse kein ganzes Stück lesen werden, war ich ein wenig enttäuscht, dann ich finde es sehr wichtig, dass man über Texte diskutiert und jeder seine Sichtweise darlegen kann. Wie schon erwähnt glaube ich, dass gerade bei Dramen viele eine andere Meinung haben und daher ein wichtiger Teil aus dem Unterricht ausgeschlossen wird.
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