Ein Mann betritt mit schnellen Schritten die Bühne, er beginnt zu sprechen. Wie eine Maschine rattert er seinen Text runter, immer und immer wieder wiederholt er ihn. Dabei verspricht er sich oft und zupft gerne seinen teuren Anzug zurecht, als würde er uns sagen wollen: „Seht her, ich hab’s geschafft ich bin ein reicher Mann geworden.“ Doch dann beginnt der Redner schneller zu sprechen, den Text verdreht er völlig. Einmal war das auch lustig, doch als er den Text wieder und wieder aufsagt, wird es mir langweilig. Ich muss sagen, dass der Anfang des Stückes eher schwach war. Ausserdem finde ich, dass diese Versprecher und die Selbstironie gar nicht zu dem Charakter Traps passen. Die Lichter gehen für einen Moment aus, diesen nutzt Traps um mit dem Garagisten zu sprechen. Mit dieser Technik werden die Zeit- und Ortssprünge dargestellt, bis man schliesslich bei der Villa des Richters ankommt. Die Idee, das Licht zu nutzen um diese Sprünge darzustellen finde ich sehr gut, auch die Umsetzung kann man als gelungen bezeichnen. Beim Richter angekommen erkennt man zum ersten Mal, dass Bühnenbild, von dem ich sehr begeistert war. Man war sich nie sicher, ob die Wand, so wie sie dargestellt wird, echt ist, oder alles nur eine optische Täuschung war. Verläuft der Bühnenboden ansteigend? Meinen es Richter, Staatsanwalt und Verteidiger ernst? Oder ist alles nur ein Spiel? Das Bühnenbild vergrössert die Unsicherheit des Zuschauers. Licht und Musik spielen dabei auch eine wichtige Rolle. Sie verleihen dem Stück einen mysteriösen Beigeschmack. Auftritt der vier alten Herren, die Kleidung fand ich gut, obwohl ich mir das ein oder andere falsch zugeknöpfte Hemd gewünscht hätte. Alle alten Herren sahen mehr oder weniger so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe, bis auf den Richter, den habe ich mir kleiner und pummeliger vorgestellt. Auch die Darstellung von Traps fand ich gut, auch wenn der Macho in ihm nicht so richtig zur Geltung kam. Im Grossen und Ganzen war die Inszenierung ziemlich gelungen. Mir blieb vor allem das Bühnenbild das Licht und die Musik in Erinnerung, denn diese drei Dinge waren wirklich exzellent. Auch die Schauspieler haben gut gespielt, insbesondere die vier alten Männer entsprachen meiner Vorstellung, weil sie etwas Mysteriöses an sich hatten, aber auch lustig und teilweise etwas senil wirkten.
Sonntag, 20. März 2011
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