Sonntag, 9. Januar 2011

Quartett

Der Zug rattert,

als er durch den Bahnhof fährt.

Dein Blick flattert

durch die Landschaft wohl genährt.


Du wendest dich zu uns’rer Rund’

Unruhig deine Augen

Geben keine Botschaft kund.

Versteckst dich unter deinen Hauben


Kein einziges Mal musst du blinzeln,

vor dir all das Leben, das du hasst

gern würdest du blind sein

doch die Wut macht auch dann kein’ Rast.

Rhyme Royal (Ich habe mich hier an einem 4-hebigen Jambus versucht)

Die Dämpfe steigen aus dem Moor,

der Wind zersaust dein schönes Kleid.

Verängstigt steigst du bis zum Tor,

die Türe singt ein Lied des Leid’.

Da oben siehst zur alten Weid

Doch Liebes gibt’s für dich kein Licht,

am End’ der Wiese, keins in Sicht.

1 Kommentar:

  1. Deine Quartte sind ja nicht metrisch, leben also alleine durch die Reime. Diese funktioniern auch einwandfrei (Vorallem den Reim 'blind sein/blinzeln finde ich dabei erwähnenswert, weil er die Möglichkeiten des Reimens bis an die Grenze auslotet).

    Obwohl du nicht metrisch gedichtet hast, spürt man, dass du am Rhythmus/der Zeilenlänge gearbeitet hast. Vor allem die erste Strophe mit ihrem kurz-lang-kurz-lang ist dir dabei gelungen. Ich hätte es aber begrüsst, wenn du dieses Schema auch durchgezogen hättest.

    Beim Rhyme Royal passt das Metrum. Die Reimgruppe 'Kleid/Leid'/Weid' kommt mir aber etwas gequält daher. Zudem bin ich der Ansicht, dass man an den letzten 3 Versen noch arbeiten (Interpunktion?) müsste - mir zumindest fällt es schwer, ihren Sinn noch zu erkennen.

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