Sonntag, 27. März 2011

Der Besuch der alten Dame war das erste Drama, das ich gelesen habe. Der Text hat mich sofort begeistert. Dieses Stück hat mein Interesse am Theater geweckt.Ich setze mich daher gerne noch einmal intensiv mit dem Werk auseinander, obwohl es mir durch meine Vorkenntnisse schwer fällt mich nur auf den ersten Akt zu konzentrieren.

Die alte Dame ein Kunstkörper, von Rachsucht getrieben.

Mit dieser Aussage werde ich mich im Folgenden auseinandersetzen, denn in vielen auf dem Internet veröffentlichten Texten, wurde bei der Charakterisierung der alten Dame erwähnt, dass sie ihr leben lang auf diesen Rachezug gewartet hat. Ich sehe das ähnlich, obwohl ich das Wort „warten“ als unpassend empfinde, denn wie man in der letzten Szene des ersten Aktes sehen kann, hat sie sich bestens vorbereitet. Den Richter hat sie gekauft und die beiden falschen Zeugen liess sie auf der ganzen Welt suchen. Auch das Städtchen Güllen kaufte sie auf, um es runter zu wirtschaften.

Es bleibt die Frage, ob die alte Dame neben ihrem Rachezug kein anderes Leben hat. Dafür spricht, dass sie verheiratet ist und ein ganz schön turbulentes Leben führt, sie heiratete einen nach dem anderen und trifft viele „grosse Persönlichkeiten“. Doch es scheint, als wäre ihr dieses Leben völlig egal. Die Namen ihrer Männer kennt sie nicht. Geheiratet, hat sie nicht weil sie so wild ist oder aus Liebe, sie scheint es aus Langeweile getan zu haben. Ihre Partner dienen nur als Accessoire. Claire Zachanassian, lebte das Leben nach Ill nicht, weil sie dieses Leben nie wollte. Güllen hat sie verstossen und zur Hure gemacht. Eine Tat, die sie nie vergessen konnte. Doch mit ihren vielen Ehemännern kam das Geld und somit die Macht. Nun ist es an ihr sich zu rächen, denn das Leben, das sie wollte kann sie sich nicht erkaufen und ein Leben, welches Fremde für sie bestimmt haben, nicht akzeptieren.

Sonntag, 20. März 2011

Die Panne, ein Rückblick

Ein Mann betritt mit schnellen Schritten die Bühne, er beginnt zu sprechen. Wie eine Maschine rattert er seinen Text runter, immer und immer wieder wiederholt er ihn. Dabei verspricht er sich oft und zupft gerne seinen teuren Anzug zurecht, als würde er uns sagen wollen: „Seht her, ich hab’s geschafft ich bin ein reicher Mann geworden.“ Doch dann beginnt der Redner schneller zu sprechen, den Text verdreht er völlig. Einmal war das auch lustig, doch als er den Text wieder und wieder aufsagt, wird es mir langweilig. Ich muss sagen, dass der Anfang des Stückes eher schwach war. Ausserdem finde ich, dass diese Versprecher und die Selbstironie gar nicht zu dem Charakter Traps passen. Die Lichter gehen für einen Moment aus, diesen nutzt Traps um mit dem Garagisten zu sprechen. Mit dieser Technik werden die Zeit- und Ortssprünge dargestellt, bis man schliesslich bei der Villa des Richters ankommt. Die Idee, das Licht zu nutzen um diese Sprünge darzustellen finde ich sehr gut, auch die Umsetzung kann man als gelungen bezeichnen. Beim Richter angekommen erkennt man zum ersten Mal, dass Bühnenbild, von dem ich sehr begeistert war. Man war sich nie sicher, ob die Wand, so wie sie dargestellt wird, echt ist, oder alles nur eine optische Täuschung war. Verläuft der Bühnenboden ansteigend? Meinen es Richter, Staatsanwalt und Verteidiger ernst? Oder ist alles nur ein Spiel? Das Bühnenbild vergrössert die Unsicherheit des Zuschauers. Licht und Musik spielen dabei auch eine wichtige Rolle. Sie verleihen dem Stück einen mysteriösen Beigeschmack. Auftritt der vier alten Herren, die Kleidung fand ich gut, obwohl ich mir das ein oder andere falsch zugeknöpfte Hemd gewünscht hätte. Alle alten Herren sahen mehr oder weniger so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe, bis auf den Richter, den habe ich mir kleiner und pummeliger vorgestellt. Auch die Darstellung von Traps fand ich gut, auch wenn der Macho in ihm nicht so richtig zur Geltung kam. Im Grossen und Ganzen war die Inszenierung ziemlich gelungen. Mir blieb vor allem das Bühnenbild das Licht und die Musik in Erinnerung, denn diese drei Dinge waren wirklich exzellent. Auch die Schauspieler haben gut gespielt, insbesondere die vier alten Männer entsprachen meiner Vorstellung, weil sie etwas Mysteriöses an sich hatten, aber auch lustig und teilweise etwas senil wirkten.

Sonntag, 6. März 2011

Der Vorhang fällt, die Leute verlassen langsam den Raum, wie benommen bleibe ich auf dem Stuhl sitzen. Ich war damals 12 und hatte eben zum ersten Mal eine professionelle Theateraufführung mitverfolgt. Das Stück, das ich gesehen habe heisst „Kabale und Liebe“. Ich ging mit der Erwartung ins Theater, dass die Schauspieler dieses schnulzige Stück völlig übertrieben und pathetisch wiedergeben werden. Doch es kam anders, obwohl mir Schillers Stück ganz und gar nicht gefällt, war ich von der Inszenierung begeistert. Sie brachten das Stück so rüber, dass man ab und zu auch Lachen konnte, aber vor allem die ernsthaften Szenen spielten sie sehr gut, ich empfand sie nicht mehr als übertrieben oder lächerlich so wie im Buch. Ich habe danach noch einige weitere Stücke gesehen. Ich habe auch einige Dramen gelesen.

Ich glaube die dramatische Form ist die mit dem meisten Potenzial, sie ist die einzige Form, die es möglich macht Situationen real wiederzugeben. So komisch es auch klingt ich halte diese Form auch für die beste um Geschichten zu erzählen, denn mit wenig Aufwand wirkt alles sehr lebendig. Am Drama gefällt mir auch, dass es dem Leser oder Zuschauer das Denken überlässt, es schreibt ihm nicht vor wie er die einzelnen Personen beurteilen soll.

An der Schule sammle ich gerade als Schauspielerin einige Erfahrungen. Es macht mir grossen Spass zu spielen, vor allem weil ich eine sehr lustige Rolle verkörpere. Das einzig negative an meiner Rolle ist, dass sie Schweizerdeutsch spricht und ich daher einen sehr wichtigen Teil des Theaters, nämlich das Bühnendeutsch nicht lerne.

Ich freue mich sehr auf dieses Semester, da ich das Theater liebe. Jeder Bereich des Theaters interessiert mich sehr und ich hoffe, dass wir uns im Unterricht mit allen beschäftigen. Aber als ich dann am Anfang des Semesters erfuhr, dass wir in der Klasse kein ganzes Stück lesen werden, war ich ein wenig enttäuscht, dann ich finde es sehr wichtig, dass man über Texte diskutiert und jeder seine Sichtweise darlegen kann. Wie schon erwähnt glaube ich, dass gerade bei Dramen viele eine andere Meinung haben und daher ein wichtiger Teil aus dem Unterricht ausgeschlossen wird.