Am Beispiel von Lukas in der Rolle eines Werwolfes möchte ich das ideale Verhalten eines solchen analysieren:
Lukas entwickelte eine tolle Taktik, um so unauffällig wie möglich zu sein. Er meldete sich erst, wenn sich schon herauskristallisiert hatte, gegen wen sich die Menge wenden würde. Dann schloss er sich der Mehrheit an, indem er einige Argumente hervorbrachte, die den vermeidlichen Werwolf belasteten. Zu seinen Argumenten und der Art, wie er sie präsentierte, muss ich noch sagen, dass sie meistens eher schwach waren. Jedoch ist das kein Problem, denn er übernahm im Spiel sozusagen die „Mitläufer-Rolle“ und wurde deswegen nie verdächtigt. Lukas fand einen guten Mittelweg zwischen aktivem und passivem Verhalten und errang somit den Sieg. Damit möchte ich aber nicht sagen, dass aktives oder auch offensives Verhalten ungeeignet sei. Wichtig ist nur folgendes: Wenn man eine Person „angreift“, muss man stichfeste Argumente bringen und diese vor allem gut präsentieren beispielsweise mit Hilfe von „Fünfsätzen“. Besonders gefährlich wird es, wenn man eine Diskussion mit einem Angriff einleitet. Um dies zu veranschaulichen, werde ich einen Diskussionsausschnitt wiedergeben, der aufzeigt wie man es nicht machen sollte.
Chiara = Bürger und Dorfvorsteherin
Steffi = Hexe
Katja = Werwolf
Cécile = Seherin
Chiara(die erste, die spricht) beschuldigt Cécile ein Werwolf zu sein, weil sie gelangweilt aufgewacht sei. (Diese Aussage verwirrte, so glaube ich zumindest, nicht nur mich, sondern auch ein Grossteil der Mitspielenden.)
Cécile erwidert darauf, dass die Bevölkerung es bereuen würde, wenn man sie töten liesse.
Steffi stellt sich auf die Seite von Chiara und meint, wenn Chiara ein Werwolf wäre, würde sie nie als Dorfvorsteherin arbeiten.
Katja kritisiert Steffi und Chiara, weil sie Cécile ohne Grund angreifen, was darauf hindeute, dass sie gar keinen Grund finden könnten, weil sie selbst Werwölfe seien.
Die Bevölkerung entscheidet im Sinne von Katja und brachte Chiara um.
Ich denke, dass Chiara nicht getötet worden wäre, hätte sie ihr Argument zu einem späteren Zeitpunkt angebracht, denn während einer schon laufenden Diskussion hätte man ihrer Aussage wohl weniger Beachtung geschenkt.
Das Einzige von dem ich nur abraten kann, ist, sich völlig zurückzuhalten und nie ein Statement abzugeben.
Aufgrund meiner Analysen komme ich zum Schluss, dass das Verhalten und die Präsentation der Argumente häufig wichtiger ist als der Inhalt. Des Weiteren spielt das Timing eine grosse Rolle.