Sonntag, 27. September 2009

Die sieben Geisslein – Ein Protokoll

13:40: Mutter Geiss klärt ihre Kinder darüber auf, dass sie während ihrer Abwesenheit keinem die Türe öffnen dürfen.

14:00: Mutter Geiss verlässt das Haus.

14:10: Ein Wolf bemerkt, dass die Kinder allein zuhause sind.

14:15: Er klopft an die Türe und versucht sich mit hoher Stimme als Geissenmutterauszugeben. Die Geisslein jedoch bemerken den Betrug und öffnen die Türe nicht.

14:20: Der Wolf isst eine Kreide, nachdem er kurz überlegt hat, wie er seine Stimme verfeinern kann.

14:23: Der Wolf versucht sein Glück erneut und klopft wieder an die Tür. Als die Geisslein eben öffnen möchten, sehen sie durch das Fenster die für eine Geiss viel zu dunkle Pfote des Wolfes.

14:25: Der Wolf läuft plötzlich weg.

14:30: Er kommt beim Bäcker an und bittet diesen Teig über seine Pfote zu streichen, weil er sich angeblich an der Pfote verletzt habe.

14:32: Erneut entfernt sich der Wolf mit eiligen Schritten.

14:35: Der Wolf kommt beim Müller an. Er erteilt dem Müller den Befehl ihm Mehl über seine Pfote zu streuen. Was dieser auch tut.

14:37: Der Wolf rennt Richtung Geissenhaus.

14:40: Der Wolf kommt beim Geissenhaus an. Wieder startet er einen Versuch und klopft an die Tür.

14:41: Die Geisslein nehmen das Klopfen wahr und öffnen die Türe, da sie mit ihrer Mutter rechnen.

14:42: Der Wolf dringt ins Haus ein und frisst 6 Geisslein. Das siebte hat sich währenddessen im Uhrenkasten versteckt, wo er es nicht finden kann.

15:30: Der überfressene Wolf verlässt das Haus und schläft schliesslich wegen seines vollen Magens auf einer Wiese ein.

15:40: Mutter Geiss kommt zuhause an und erschrickt, da sie keines ihrer Kinder finden kann.

15:41: Das Geisslein, das überlebt hat, springt aus dem Uhrenkasten.

15:42: Die Mutter sucht den Wolf. Sie findet ihn schlafend auf erwähnter Wiese. Sie glaubt zu sehen, wie sich ihre Kinder in seinem Bauch bewegen.

15:43: Die Mutter rennt nach Hause und holt eine Schere, um dem Wolf den Bauch aufzuschneiden. Nadel und Faden nimmt sie ebenfalls mit.

15:50: Sie steht wieder beim Wolf und schneidet ihm mit der Schere den Bauch auf. Da purzeln all ihre 6 Kinder unversehrt heraus.

15:51: Freudig umarmen sich alle Beteiligten.

15:52: Die Mutter gibt den Kindern den Befehl Steine zu holen.

15:55: Sie füllen den Bauch des Wolfes mit Steinen.

15:57: Die Mutter näht dem Wolf den mit Steinen gefüllten Bauch zu.

16:15: Der Wolf erwacht und hat Durst. Deshalb will er zum Brunnen.

16:20: Er kommt beim Brunnen an, lehnt sich über die Brüstung, verliert das Gleichgewicht und fällt schliesslich in den tiefen Brunnenschacht.

16:25: Der Wolf ertrinkt nach einem verzweifelten Kampf.

Ich habe das Volksmärchen Die sieben Geisslein in einen Bericht umgewandelt. Dabei verliert der Text seinen Märchencharakter, nur noch die eigentlichen Märchenfiguren erinnern an dessen Ursprung. Mit der Umwandlung hat der Text auch jegliche Spannung eingebüsst, weil ein Bericht ja auch nicht Spannung erzeugen, sondern Ereignisse möglichst neutral wiedergeben soll.

Samstag, 12. September 2009

Big brother is watching you

Ich finde es gut, dass wir unseren Blog individuell gestalten können, trotzdem werde ich nicht alle Möglichkeiten des Gestaltens ausnutzen. So würde ich niemals Bilder von mir ins Internet stellen. Aus dem einfachen Grund, weil vieles sich im Internet verselbständigt und so der eigenen Kontrolle entzogen wird. Ein abschreckendes Beispiel dafür ist das "Star Wars Kid", die Geschichte eines Jungen, dessen peinliches Video per Zufall ins Internet gelangte. Die Aufnahmen gingen zur Belustigung vieler um die ganze Welt, was zur Folge hatte, dass der Junge lange unter Depressionen litt und psychologische Hilfe brauchte.

Es gibt jedoch noch einen zweiten Grund: Ich verabscheue unnötige Kontrolle und das Internet wird immer mehr zu einem Ort der Kontrolle. Will ich etwas über eine Person wissen, so spuckt das Internet sicher einige Dinge aus. Irgendwie ist das alles doch ziemlich paradox: Wer möchte schon unter ständiger Kontrolle leben? Niemand! Trotzdem unterwerfen wir uns ihr im Internet.